Wie besänftigt

Wie besänftigt breitet sich die Landschaft aus
vollgesogen von Sommer und Geduld
sieh wie der Wind im Sand spielt
Smaragde im Moos zu tanzen beginnen
und der Horizont Farben in die Gesichter malt

Der Tag ist lang genug
um der Liebsten eine Muschel zu stehlen
oder ihren Melonenhut in den Wind zu hängen
und darauf zu warten dass das Meer
eine schäumende Woge um unsere Jugend legt

Während wir dem Lärm der Wolken lauschen
und die Trauerweide vor Zärtlichkeit überfließt
ist uns als könnten wir die Häuser schlafen hören
während ich mit der einen Faust eine Feder
und mit der anderen eine Träne umhülle

Jetzt ist uns als könnten wir
dem Lärm der Wolken lauschen
voller Zärtlichkeit dem Vergessen huldigen
und dabei zusehen
wie das Meer eine schäumende Woge
um unsere Jugend legt
Erinnerungen beflügeln den trägen Morgen
Während die Trauerweide vor Zärtlichkeit überfließt

© Joke Frerichs

Mini-(G)lück

Schick dich!
Türen Klicken.
Aus den gepflückten Sonnenstrahlen
verzückt ein paar
Minuten zusammengeflickt:
Du zwickst mich
im Nacken. Ficken
kannst du dir knicken trotz
flackernder Augen versickert
das Feuer nicht mit dem Ticken
der Uhr in knackiger
Nacht.
Schick dich!
Die Türe klickt.
Dann nur noch Blicke

Lücke

© Ulrike Friedmann