Es gibt ihn

Das sind doch alles ein
seitige eintönige ein
fach gestrickte Schwätzer
die behaupten dass der Mann
nur eine einzige Beben
gefährdete Zone habe
und immer nur das eine …

Einsilbige Rolfs, Horsts, Gerts, Berts, Marks allesamt!
Murks allesamt!

Es gibt ihn doch den
Mann der nicht fick
siert ist nur auf die eine
Stelle nein vielmehr scheint er
aus einer Zone ganz und gar
erregbar überall und ero
genial ganzheitlich
gemacht zu sein

Gemach gemach lässt
er sich Zeit lässt er
sich ein da werd ich
schwach – gleich mehrfach!

Herzallerliebster Allrounder ganzheitlich ganz Heiterer
Kum geselle min!

Ihr Einheitspinsler und Einfaltspinsel,
ätsch, es gibt ihn!

© Babette Dieterich

Meta

Auf einer Bank,
Ganz selbstvergessen,
Saß Meta.
Ich werd‘ den Anblick nie vergessen.
So schön, so schlank.
Ich war sofort von ihr besessen.
Weil es bei ihr genauso war,
Ging bald es vor den Traualtar.
Sie war so lieb, – ein süßes Ding.
Ich nannte sie mein Schmetterling.
Sie nannte mich mein Falter.
In tiefer Liebe schenkte ich ihr,
Geschmeide und so manche Rose.
Wir sind jetzt mit den Kindern vier.
Sie nennt mich nur noch Alter,
Trägt meist ’ne Überweitenhose
Und ist für mich Meta – morphose.

© Bernd Fengler

Mutter

Mörderin mit der Schädelkette
Reißt der Tochter
Das zuckende Kind aus dem Leib
Schlingst dir die Blutschuld
Um den Hals
Trittst vor die Menge
Und lachst
Mutter
Doppelzüngiges Monster
Blinde Scharfrichterin
Ungeheuer
Und doch
So viel Süße einst
Und Duft von Magnolien
Und ein betörender
Milchig schimmernder
Porzellanpfirsichhalbmond
Auch du

© Evelyn Fomm

herzförmig

In der Galerie hängt ein
Siebdruck von Dir Die Farben
auf Deinem Gesicht sie scheinen
zu sprechen es muss Dich
geben Wie oft zähle ich an meinen
Fingern die sechs Farben der Stadt
rastere die Ebenen der Leute im
Park Es fehlt ein Spektrum im
Bild als wärest Du da gewesen
Momente bevor ich mein
antikes Farbsuchgerät hob

Die Ausstellung ist bald vorüber Ich
kann es schwer glauben und
suche wie ein Ausguck die
Panoramen ab Wo hat er
Dich her der Drucker mit
seinem Sieb? Er bleibt
verschollen wie Du der Druck
ist o.T. Er selbst ein Pseudonym
Sie machen es uns nicht
leicht aber wir ritzen uns
zurück in die Rinden im Park

© Jonis Hartmann

Statusbericht,
liebevoll-beruhigend

Ich hab’ Deine Dellen im Po nachgezählt,
so haptisch und gründlich, grad erst diese Nacht.
Und kann Dir nur sagen: Was Dich da bloß quält,
verstehe ich nicht. Denn ich hab’ rausgebracht:
Es gibt keine mehr und auch keine, die fehlt.

Ich hab’ auch den Flaum dort in Deinem Gesicht
dann heimlich mal wieder sogleich mit vermessen.
Dein Jammern verstehe ich wiederum nicht:
Er hat doch nun völlig wie immer gesessen
und war auch nicht mehr und nicht weniger dicht.

Ich habe die Brüste danach noch gewogen,
hab’ Spannkraft und seitliche Driftung probiert.
Und habe als Schluss aus den Daten gezogen
(ich hab’ sie historisch vergleichend studiert!):
Du bist von Gefühlen des Wandels betrogen.

Zudem muss ich sagen, Du warst doch nie schön,
warum dann die Sorgen ums äußere Bild?
Bei Dir kann letztendlich da nicht viel vergeh’n.
Und sei Dir gewiss, dass entsprechend auch gilt:
Ich werde auch weiterhin stets zu Dir steh’n!

© Jan-Eike Hornauer