Selbstgefangen

Die Buchstabenuhr steht auf
kühn aus dem Fenster zu schauen
draußen da wär sie daheim
auf dem sanft geschlungenen Land
das Meer zum Atmen

Gebunden an leere Stühle
hängt sie am Rücken seiner Hand
sein Mund mit den kräftigen Zähnen
endet im Nichts dahinter
kopflos gebunden ans Werden und Sterben
wehrlos ergeben dem Widder

Auf dem kreisenden Mühlstein
läuft sie tagtäglich
um in der Lüge zu bleiben
dein ist mein Herz
stellt den Stuhl untern Tisch
Licht strömt nicht durch das Fenster

Die Schatten bleiben. Sie hält
der goldene Faden der Lust
einen Fisch zu zerteilen
aus dem Perlen quellen
Mitternacht ist vorüber
Buchstaben bestimmen Stund um Stund

© Uta Franck

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