Hafturlaub

Im Wald, durch den die Züge fahren
bin ich zuhause, mein Zelt, im Dickicht
versteckt, das ich vom Sperrmüll nahm
ist Ort, nicht Zeit, denn wenn etwas ist
dann ist alles vorher und ich
fürchte mich so, fürchte mich so
weil es nachher immer heißt, ich hätte
Schuld; ich wollte den Jungen nicht,
der mir folgte, darauf bestand verbunden
zu sein mit meinem Ort, der mit VORHER
ins Gesicht schrie, was mich erregte
und ich in ihn drang in der Art
der Löwen und die Zeit mich zwang
meinem Ort treu zu sein.

Leben habe ich zerstört und weil mein Weg
nach Hause ohne Stationen war,
begriff ich, dass die DNA, die mich
Mörder eines Jungen hieß
mir unentbehrliche Hilfe war,
in der Zelle um meinen Hals den Strick
mit Ernst zu legen – Zuversicht
für ein Ende im Herzen.

© Harald Dern

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