Für den Moment

Heute spreche ich leise.
Die Hand einiger gestriger Worte streift
brüchiges Geländer. Der Tag wirbelt Staub auf,
Absichten entgegen, die ihn gezeichnet haben.

Er könnte dem Entwurf einer Erzählung
sich bereithalten. Klopfrhythmen aus verlorener
Stille freilegen – könnte weiße Grüße abwimmeln,
die den Zeigefinger krümmen, Einlass begehren,

nur um zu sagen: Irgendein Verlangen, nicht das eigene oder
nahende Nähe, ist es, was dich stillt – wogegen manche sich
neu deuten wollen, um einer anderen Sonne entgegenzuwachsen
im Verborgenen, oder aus dem Verborgenen. Schau dir

das an, mit oder ohne Einschlafstörungen;
oder auch nur in den Spiegel, die Minuten mit der
Gelegenheit verwechselnd, einem Gebell sich zuzuwenden,
das so betäubend einmal ankam. Für Lob bot es Frieden.

© Dieter Hischmann

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