Der Phantomschmerz

Vor ein paar Jahrzehnten hörten sich
Strassenbahnen noch wie Strassenbahnen an
ein Aufzug klang wie ein Aufzug und die Uhren
gaben ein Ticken von sich sagt Mel (einer der
Tontechniker die hinter der Theaterbühne
für die mechanisch und elektronisch erzeugte
Geräuschkulisse zu sorgen haben) Heute
muss er auf Tonkonserven aus dem Archiv
zurückgreifen da niemand das undefinierbare
fast lautlose Summen der elektronisch
gesteuerten Systeme auseinanderhalten könnte
Rattern Quietschen Dröhnen Sirren – Noch sind
die Geräusche im Ohr gespeichert sagt Mel
Die Menschen wollen sich erinnern sie wollen
das Nichtmehrvorhandene deutlich hören
Es ist wie beim Phantomschmerz sagt er und
pfeift leicht durch die Vorderzähne

© Brigitte Fuchs

Ein Gedanke zu “Der Phantomschmerz

  1. na weißde
    diesen phantomschmerz
    wie ich ihn kenne
    fahre auch nicht mit der straba
    das brächte mich völlig
    in die schmerzfreie zone
    schmerzen haben ist besser
    als keine mehr zu spüren

    danke
    rosadora

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