Meta

Auf einer Bank,
Ganz selbstvergessen,
Saß Meta.
Ich werd‘ den Anblick nie vergessen.
So schön, so schlank.
Ich war sofort von ihr besessen.
Weil es bei ihr genauso war,
Ging bald es vor den Traualtar.
Sie war so lieb, – ein süßes Ding.
Ich nannte sie mein Schmetterling.
Sie nannte mich mein Falter.
In tiefer Liebe schenkte ich ihr,
Geschmeide und so manche Rose.
Wir sind jetzt mit den Kindern vier.
Sie nennt mich nur noch Alter,
Trägt meist ’ne Überweitenhose
Und ist für mich Meta – morphose.

© Bernd Fengler

Menschenbote

gewidmet Tenzyn Gyatso, 14. Dalai Lama

Irgendwann gewöhnt man sich selbst
an seine tiefe, kratzige Stimme
einfacher buddhistischer Mönch
will er sein und der Pfad liegt offen
eine Einladung mit bunten Stoffwimpeln

Auf dem Himalaja inmitten der Tragödien
ein weises, kräftiges Lachen, man möchte sogar glauben
er könne tatsächlich wiedergeboren werden
wie oft sonst lösen Diplomaten für das Menschliche ein
was durch sie versprochen sein könnte?

Geboren als Yak oder Wolf in irgendeiner anderen Zeit
tritt nicht nieder was du im nächsten Leben
selbst sein könntest oder bist du schon dort angekommen
wo kein anderes Pochen mehr an dich heranreicht
wachse als Baum und halte das Wasser am Berghang

Nicht nur er selbst auch seine Bilder
leben in der Verbannung versteckt als heilige Botschaft
Buddha selbst könnte nicht wirklicher Zeremonie übersteigen
so mögen die Zeichen aufscheinen jenseits überkommener Regeln
das ein Nachfolger in einfachem Mönchsgewand
bewahren und erneuern kann über alle Theokratie hinweg
im Angesicht wirklicher Gottheit

© Marko Ferst

Männer meine

Mann der du fällst vom Himmel
gepeinigt werde dein Same
deine Lust komme
mein Wille geschehe
wie in diesem Bett
so auch in jenem
unser tägliches Spiel kennt kein Heute
und ich vergebe dir deine Ungeduld
weil auch ihr seid nicht immer an allem schuld
und ich führe euch weiter in Versuchung
aber erlöse nicht alle – bleib vielen die Böse
denn mein ist der Bauch und die Kraft aus der Weiblichkeit
für alle Zeit
o men!

© Dagmar Fischer

People keeps telling me

People keeps telling me what a sexy ass I have,
sagt Florence Cayrol glanzpapierlächelnd
für zwei Dollar zwanzig.
Nicht wie die Sphinx von Ernst Fuchs,
die mir ihr Broncehinterteil in »lasziver« Erotik
entgegenprospektet in den Schatternwald
lichtgepunkteter Wünsche.
Der hand-greifliche Besitz des »Sinnbilds«
weiblicher Rätsel wäre allerdings
mit einigen Tausendern zu bezahlen,
inklusive Versand und Verpackung als Eintrittskarte
in den Kreis von eintausend limitierten
Besitzern eines unvergleichlichen Hinterns.

© Walter Flemmer

motorschaden in der provinz

ich – hilflos vor hochgeklappter kühlerhaube
keine zeugen (die sonne ostwestfalens
vom zähen niesel verschmiert)

du – schrauberin mit den heilenden händen
aufgetaucht aus dem nichts
wie du dem stottern-
den motor beherzt zuleibe rückst
ein wahnsinn

dieser moment – nur du und ich
und ein schmales glück
und es passte nicht mehr zwischen uns
als der bindestrich
zwischen rheda und wiedenbrück

© Jürgen Flenker