Die Fremde

Liebe Fremde! Nenne mir die Augen
 Die mit Feuer Feuer ewig strahlen
Nenne, liebe Fremde, mir die Hände
 Die mit Liebe wahre Liebe malen
Gleich dem tief verborgenen Gestirne
 Kreist mein schwacher Geist, ein zehrend Wesen
Um Deines Antlitz wilde Sonne
 Sich in Deinem Blicke zu genesen

Eifrig spielt die goldnen Saiten
 Deine meeresreine Stimme,
Von den hohen Felsen weit im Winde
 Bis zum dunklen Grunde sie erklinge

Aus den eisbedeckten, wachend Mauern,
 Tief aus unerschlossnen Sphären
Tritt die Schwester meiner Hoffnung
 Allen Frohsinn zu vermehren

Und mit welchem Namen, liebe Fremde,
 Reisst Du mächtig aus der Schatten Welt
Meine Sorgen, meinen Kummer
 Bis mein Blut durch meine Adern schnellt

Sei! so reinen Mutes, voller Freude
 Stürmisch fordernd, gleich der Götter Wille,
Und im Angesichte dieses Schattens
 Bezirze Venus Deines Herzens edle Stille

© Patrick Mautsch