anlegen

Am Herzufer legen sie an,
ihr Atem geistert eine Weile
durch den blaustblauen Himmel
verfängt sich im Gestrüpp jenseits der Ufermauern,
fällt leise auf die Spitzen der Eiskristalle.

Warte, sagt sie, nun atemlos,
ein Vogel will sich dort putzen.
ja still, antwortet er,
und silbern tanzen die Flocken sich frei.

© Otto Fenner

Im Leeren

Im Leeren hast du ausgeholt,
dein Schwung ist aus Nichts aufgewühlt.

Aus Nichts der böse Impuls,
ein Bedürfnis zu hassen
das Form finden will.
Hass schneidet  in dich
und ballt sich.

Du lässt Taubheit in dir wachsen lassen,
die scharfe Wut vergrabend.

© Franz Fabiantis

Von mir selbst getroffen

Irgendwie zusammenkommen
aber nicht passen
Angst bricht auf
vor der eigenen Fremde
den giftigen Spitzen
die gegen den anderen
aus mir selbst hervorschlagen
trotzdem noch ein wenig
zärtlich sein
aber nicht wirklich lieben können
zwischen den Missverständnissen
sich ergeben
vor sich selbst absinken

Trotzdem könnte es anders sein
aber ob du es überhaupt verstündest
wie schön verschenkte Augenblicke sind
ohne Rechnung im Nacken
nicht alles muß
bis zur letzten Ewigkeit dauern
es wäre nicht mal wichtig
ob ich recht behielte

© Marko Ferst

Immer auf den Punkt hin

Immer auf den Punkt hin
schwirrt die Sekunde
im iPod.
Ich wähle das Datum,
die Stunde,
und rechne mir auf
die Gesichter,
Gesichtszüge,
vergangene Tage.
Auf dem Rechner:
die Taste zum Löschen,
tilgt die Züge
im Hirn.
Ich sehe
die Zahlen,
drücke
die Taste.
Ich lösche dich aus.

© Walter Flemmer