Dein Kuss

Die Fäulnis in den Augen hab ich ihn doch gehört
hab ich meine Zunge dir um den Hals geschnürt
bis dass die blaue Aster auch in deiner Kehle blühte
erstickt am ersten geilsten Schwanz
hat meine Hand dein Haar mit Schorf beschmiert
damit es in der Nacht mir besser leuchte
und aus den schrundgen Lippen kahler Scham
in der mein Herz erbrochen säuft
stinkt es nach Kot
nach Samen nach Erbrochenem und Liebe
doch um den Würgestab werd ich die Eingeweide binden
um jenen Kerl zu henken der dich stirbt
seine Eier werde ich um deine Zungen winden um voller Lust sie dir zu küssen
das hellste Stroh aus meinen Sehnen
wird ihm der Scheiterhaufen sein
von dem sein Hirn in grauen Blasen
in meine Schale aus den Nägeln tropft
Altar mein Haß sein Schrein
die Zunge wird mir schwarze Zeichen auf die Brüste malen
und seine Kohlehand gekrümmt die Scham bedecken
Verdammnis ist dein Kuss
und wird es immer bleiben
komm her
ich hab sie weit für dich gespreizt

© Petra Saskia Bayerl

Fern von Afrika

als die Hitze jenen härtete
auf den ich wartete und
Verharren verrückt geworden
war blies mich sein Später

fort mit den Inselwinden zog ich
übers Meer und immer weiter
fiel ich durch die Jahre wachte
auf in einem Nebelhaus ließ

an lichtlosen Tagen meine Stimme
durch löchrige Scheiben wandern
pflanzte in tief hängende Gärten

alte Hoffnung neu
hieß sie dir zuwachsen
allein ich – erntete nichts

© Marlies Birkle

Gerbera

Noch blüht die Gerbera aus deinem Zimmer,
genährt hat sie unsern Tagen dein Arom,
und jenes Zudeck, drunter schliefst du immer
deckt nun den Leib mir, Liebe winziges Atom.

Und strömen deine Worte in mein Träumen,
so wirkt in mir dein ganzes Wesen nach.
Die Gerbera in meinen dunklen Räumen
gibt mir von dir, und plötzlich bin ich wach.

© Karin Breither