Komm in aller Stille

Frau, komm Frau, komm zu mir, ich will dir meine
            Hände auflegen, will sanft sein wie Nachtwind.

Sanft. Komm, Gazellenherz, beweg dich zum Takt der
            zitternden Flanken, des Atems, der bebt.

Beweg dich und komm zu mir, zum Trommelstock,
            der langsam rührt, zum Puls, der flüstert und pocht.

Komm, lass die Trommel singen, lass erklingen
            Die leisen Schreie in aller Stille. Komm.

© Manfred Ach

Ruggedigu

Du tanzt auf jeder Party
Mit und ohne Schuh
Nicht erst wenn die Tauben
Sortiert haben im Nu

Die Erbsen die Linsen
Die guten ins Töpfchen
Die schlechten ins Kröpfchen

Hast nichts zu verlieren
Keinen Ruf keinen Schuh
Meine Tauben aber finden

Nachts keine Ruh

© Esther Ackermann

was trägt

ich stürze mich in
den sturm
er trägt mich

ich flüstere
deinen namen
er haucht ihn
in Dein ohr

doch hier ist:
kein sturm
du hörst
mein stummes schreien
Nicht.

was trägt?

nur der schmerz
trägt mich
zu Dir

und zerbricht
das schloss

© Martin Arndt